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Wie viel Wind ist gut zum Segeln? Windstärken und Beaufort-Skala

Stand 07.10.2026 · Lesezeit 5 min

Törn planen

Kurz gesagt: Gut segeln lässt es sich meist bei 3 bis 5 Beaufort (7 bis 21 kn); Einsteiger bleiben bis etwa 4 Bft, und entscheidend sind die Böen, nicht der Mittelwind.

Zum Segeln gut ist für die meisten Fahrtenyachten Wind von 3 bis 5 Beaufort, also etwa 7 bis 21 Knoten. Einsteiger und Familien fühlen sich meist bis 4 Bft (16 kn) wohl, erfahrene Crews segeln mit Reff bis 6 Bft (27 kn). Ab 7 Bft bleiben die meisten Fahrtensegler im Hafen. Maßgeblich sind die Böen, nicht der Mittelwind.

Was ist die Beaufort-Skala?

Die Beaufort-Skala teilt die Windstärke in 13 Stufen ein, von 0 (Windstille) bis 12 (Orkan). Sie geht auf den britischen Marineoffizier Francis Beaufort zurück und beschreibt jede Stufe auch nach ihrer Wirkung auf die See, sodass du den Wind am Wasser schätzen kannst.

Seewetterberichte wie die des DWD nennen den Wind in Beaufort, Windmesser und Wettermodelle meist in Knoten oder m/s. Ein Knoten ist eine Seemeile pro Stunde, also 1,852 km/h oder rund 0,51 m/s. Als Faustregel ergibt m/s mal zwei ungefähr Knoten.

Beaufort-Tabelle: Windstärken in Knoten, m/s und km/h

Die Werte gelten für den mittleren Wind in 10 m Höhe nach der Einteilung der WMO. Die Beschreibung der See gilt für offenes Wasser; unter Land und auf Binnenseen bleibt die Welle kleiner.

BftBezeichnungKnotenm/skm/hWirkung auf See
0Windstilleunter 10 bis 0,2unter 1spiegelglatte See
1leiser Zug1 bis 30,3 bis 1,51 bis 5kleine Kräuselwellen ohne Schaum
2leichte Brise4 bis 61,6 bis 3,36 bis 11kleine Wellen, Kämme glasig, brechen nicht
3schwache Brise7 bis 103,4 bis 5,412 bis 19Kämme beginnen zu brechen, vereinzelt Schaumköpfe
4mäßige Brise11 bis 165,5 bis 7,920 bis 28längere Wellen, verbreitet Schaumköpfe
5frische Brise17 bis 218,0 bis 10,729 bis 38mäßig lange Wellen, überall Schaumköpfe, etwas Gischt
6starker Wind22 bis 2710,8 bis 13,839 bis 49große Wellen, brechende Kämme, ausgedehnte Schaumflächen
7steifer Wind28 bis 3313,9 bis 17,150 bis 61See türmt sich, Schaum in Streifen mit dem Wind
8stürmischer Wind34 bis 4017,2 bis 20,762 bis 74mäßig hohe Wellenberge, Gischt weht von den Kämmen
9Sturm41 bis 4720,8 bis 24,475 bis 88hohe Wellenberge, dichte Schaumstreifen, Kämme rollen über
10schwerer Sturm48 bis 5524,5 bis 28,489 bis 102sehr hohe Wellenberge, See weiß, Sicht herabgesetzt
11orkanartiger Sturm56 bis 6328,5 bis 32,6103 bis 117außergewöhnlich hohe Wellen, Sicht stark herabgesetzt
12Orkanab 64ab 32,7ab 118Luft voller Schaum und Gischt, See ganz weiß

Wie viel Wind ist gut für Einsteiger, Familien und erfahrene Crews?

Als Richtwert: Einsteiger 2 bis 4 Bft, Familien mit Kindern 3 bis 4 Bft, erfahrene Crews auf einer Fahrtenyacht 3 bis 6 Bft mit Reff. Die Grenze hängt von Boot, Crew, Revier und Welle ab, nicht nur von der Zahl.

Crew und Bootangenehmobere Grenze (Richtwert)
Einsteiger, Jolle oder Kleinkreuzer2 bis 3 Bft (4 bis 10 kn)4 Bft (16 kn)
Familie mit Kindern, Fahrtenyacht3 bis 4 Bft (7 bis 16 kn)5 Bft (21 kn), gerefft
Erfahrene Crew, Fahrtenyacht ab 30 Fuß3 bis 5 Bft (7 bis 21 kn)6 Bft (27 kn), gerefft
Hochseeerfahrene Crew, seegängige Yacht4 bis 6 Bft (11 bis 27 kn)7 Bft und mehr nur abwettern, nicht planen

Unter 2 Bft kommt eine Fahrtenyacht kaum voran, dann läuft meist der Motor. Die Welle zählt mit: 4 Bft auflandig mit kurzer, steiler See fühlen sich härter an als 5 Bft im Schutz einer Küste. Für einen langen Schlag am Wind rechne eine Stufe weniger als für einen raumen Kurs, weil der scheinbare Wind am Wind stärker ist.

Warum sind Böen wichtiger als der Mittelwind?

Weil die Böe Boot, Rigg und Crew belastet. Der Winddruck steigt mit dem Quadrat der Windgeschwindigkeit: doppelt so viel Wind heißt viermal so viel Kraft. Gerefft wird deshalb für die Böen.

Als Böe gilt die höchste über drei Sekunden gemittelte Windgeschwindigkeit. Über offenem Wasser liegen Böen oft 20 bis 40 Prozent über dem Mittelwind, unter Land, in Schauern, an Gewitterfronten und bei Fallwinden wie der Bora deutlich mehr. „Südwest 4, Böen 6“ im Seewetterbericht heißt: Mittelwind 11 bis 16 kn, Böen 22 bis 27 kn. Mehr dazu im Ratgeber Böen und Gewitter.

Was passiert bei Wind gegen Strom?

Läuft der Strom gegen den Wind, wird die See kürzer, steiler und höher als bei gleichem Wind ohne Strom. Schon 4 bis 5 Bft gegen kräftigen Tidenstrom machen in Seegatts, Flussmündungen und Meerengen eine ruppige, teils brechende See.

Plane solche Stellen für die Zeit, in der der Strom mit dem Wind läuft oder kentert. Wie das geht, steht im Ratgeber Gezeiten und Strom.

Wie zeigt Sailseer Wind und Böen?

Sailseer rechnet den Wind als Konsens aus neun Wettermodellen und zeigt die Böen samt der Spanne aus den Ensembles. Die Einheit stellst du auf Knoten, Beaufort, km/h oder m/s. Jede Etappe wird gegen die Böen- und Wellengrenze deines Boots bewertet (Vorgabe für eine Fahrtenyacht von 30 bis 36 Fuß: 30 kn Böen und 2 m Welle, beides einstellbar), im Tidenrevier auch Wind gegen Strom. Der Segelwind-Alarm meldet per Mail oder Push, wenn an deinem Hafen Wind in deiner Wunschspanne aus der gewünschten Richtung kommt. Wind auf der Karte ansehen. Amtliche Seewetterberichte und Warnungen gehen vor, und die Grenzen von Boot und Crew legst du selbst fest.

Häufige Fragen

Wie viele Knoten sind 4 Beaufort?

4 Beaufort sind 11 bis 16 Knoten, also 5,5 bis 7,9 m/s oder 20 bis 28 km/h. Das ist eine mäßige Brise mit verbreitet Schaumköpfen und für die meisten Fahrtenyachten guter Segelwind.

Ab wie viel Wind sollte man nicht mehr segeln?

Eine feste Grenze gibt es nicht. Als Richtwert bleiben Einsteiger ab 5 Bft, Familien ab 6 Bft und die meisten Fahrtensegler ab 7 Bft im Hafen, zumal die Böen höher liegen. Bei Sturm- oder Gewitterwarnung bleibst du drin, siehe Wann reffen?.

Ist 5 Beaufort viel zum Segeln?

Für eine Fahrtenyacht mit Reff ist 5 Bft (17 bis 21 kn) guter, sportlicher Segelwind. Für Einsteiger, Jollen und kleine Kleinkreuzer ist es viel, besonders mit kurzer See am Wind.

Was bedeutet „Böen 7“ im Seewetterbericht?

Die Böen erreichen Windstärke 7, also 28 bis 33 kn, auch wenn der Mittelwind darunter liegt. Gerefft wird für diese Böen, nicht für den Mittelwind.

Ab welcher Windstärke warnt der Wetterdienst?

Der Deutsche Wetterdienst warnt an Nord- und Ostsee vor Starkwind bei 6 bis 7 Bft und vor Sturm ab 8 Bft. Andere Wetterdienste haben eigene Stufen; für dein Revier gilt der amtliche Seewetterbericht.

Wie rechne ich m/s in Knoten um?

Mit 1,94 malnehmen, als Faustregel mal zwei: 10 m/s sind rund 19 kn. Umgekehrt sind 10 kn etwa 5,1 m/s oder 18,5 km/h.

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