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Segeln in der Karibik: Inseln, Passat und Hurrikansaison

Stand 07.10.2026 · Lesezeit 5 min

Törn planen

Kurz gesagt: In der Karibik segelst du von Dezember bis April im beständigen Passat von Insel zu Insel, klarierst in jedem Land neu ein und meidest die Hurrikansaison.

Die Karibik ist ein Winterrevier: Von Dezember bis April weht der Passat beständig aus Nordost bis Ost, meist mit 15 bis 25 kn. Die Kleinen Antillen von Grenada bis zu den Jungferninseln liegen quer dazu, von Insel zu Insel segelst du mit halbem Wind. Von Juni bis November ist Hurrikansaison, und jedes Land will eigens einklariert werden.

Welche Reviere hat die Karibik?

Die klassische Route folgt der Inselkette der Kleinen Antillen, gut 400 sm Luftlinie von Grenada bis Tortola. Die meisten Schläge zwischen Nachbarinseln sind 20 bis 40 sm lang, durch die Anegada-Passage zu den Jungferninseln rund 80 sm.

RevierInselnHäfen und Länder (Beispiele)
Grenada und GrenadinenGrenada, Carriacou, Union Island, Tobago Cays, BequiaPort Louis Marina, Port Elizabeth auf Bequia; Grenada, St. Vincent und die Grenadinen
St. Vincent bis MartiniqueSt. Vincent, St. Lucia, MartiniqueMarina du Marin; St. Lucia, Martinique
Dominica bis AntiguaDominica, Guadeloupe mit Les Saintes, AntiguaBas-du-Fort, English Harbour, Jolly Harbour; Guadeloupe, Antigua und Barbuda
Nördliche InselnSaint-Martin und Sint Maarten, St. Barth, AnguillaMarina Fort Louis, Gustavia
JungferninselnBritische und Amerikanische Jungferninseln, Puerto RicoNorth Latitude Marina, Virgin Gorda Marina, Green Cay Marina; BVI, USVI

Die Grenadinen zwischen Grenada und St. Vincent sind das klassische Revier für Ankerbuchten über Sand und Riff, mit den Tobago Cays als Meerespark. Die Jungferninseln liegen eng beieinander und sind das Charterrevier für kurze Tagesschläge in geschütztem Wasser.

Weiter südlich und westlich liegen Trinidad mit Chaguaramas, die ABC-Inseln und die Großen Antillen. Im Norden kommen die Bahamas mit ihren flachen Bänken dazu, etwa in Marsh Harbour (Conch Inn Marina), und Bermuda als Zwischenstopp auf dem Weg zu den Azoren. Im Westen reicht das Revier bis Panama mit dem Kanal und der Shelter Bay Marina bei Colón.

Wann ist die beste Zeit zum Segeln in der Karibik?

Von Dezember bis April: trocken, mit beständigem Passat und außerhalb der Hurrikansaison. Um Weihnachten und im Januar weht der Passat oft kräftiger, Segler nennen das die Christmas Winds. Mai und Juni sind ruhiger und heißer. Die Hurrikansaison läuft vom 1. Juni bis zum 30. November, mit dem Höhepunkt von August bis Oktober.

Wie weht der Passat zwischen den Inseln?

Meist aus Ost bis Nordost mit 15 bis 25 kn, in den Kanälen zwischen den Inseln stärker und mit höherer See. Im Lee der hohen Inseln wird es flau und böig.

Der Tidenhub ist auf den Kleinen Antillen gering; wichtiger ist der Schwell, der in offene Buchten läuft.

Was gilt in der Hurrikansaison?

Vom 1. Juni bis 30. November ist Hurrikansaison, am aktivsten von August bis Oktober. Viele Yachten gehen dann an Land oder segeln nach Süden aus der Zone der häufigsten Zugbahnen.

Grenada nutzen viele Crews als Liegeplatz in der Saison; ob die Insel im Hurrikangebiet deiner Versicherung liegt, hängt von der Police ab. Panama liegt südlich der Zugbahnen, Shelter Bay, Linton Bay, Bocas del Toro und Guna Yala sind beliebte Plätze für die Saison. Versicherungen schränken die Deckung in der Saison meist ein: Prüfe deine Police, bevor du planst. Ein Hurricane Watch des National Hurricane Center (NHC) heißt, dass Hurrikanbedingungen möglich sind, eine Hurricane Warning, dass sie erwartet werden.

Wie klariert man in der Karibik ein?

In jedem Land neu: Port of Entry direkt anlaufen, Flagge Q setzen, bei Zoll und Einwanderung einklarieren, vor der Weiterfahrt ausklarieren. Innerhalb eines Landes nicht: Die Kette von St. Vincent bis Union Island gilt als ein Land, ebenso Guadeloupe mit Les Saintes und Marie-Galante.

LandPorts of Entry (Auswahl)Besonderheit
GrenadaPort Louis Marina, Tyrrel Bay auf Carriacoudrei Crewlisten, Voranmeldung über SailClear
St. Vincent und die GrenadinenKingstown, Port Elizabeth, Clifton auf Union IslandTobago Cays mit Eintritt und Gebühr für Boje oder Anker
St. LuciaRodney Bay, Marigot Bay, Soufrièrebinnen 24 Stunden einklarieren
Martinique, Guadeloupeonline oder an Klarierungspunkten wie Le MarinEU, aber nicht Schengen; Clearance online seit September 2024
Antigua und BarbudaEnglish Harbour, Jolly Harbour, St. John'sVoranmeldung über eSeaClear oder SailClear
Britische JungferninselnRoad Town, Soper's Hole, Great Harbour, Spanish TownOnline-Einreisekarte seit 2025
Amerikanische JungferninselnSt. Thomas, St. John, St. Croixmit eigenem Boot Visum B1/B2, ESTA gilt nicht

In der ganzen Region gilt die Betonnung nach IALA-System B: rot an Steuerbord beim Einlaufen von See, umgekehrt wie in Europa. In den Meeresparks gelten eigene Regeln: In den Tobago Cays ankerst du nur auf Sand oder nimmst eine Boje, um Soufrière auf St. Lucia und in den Parks der BVI liegst du an Bojen. Mehr zu Schengen, Zoll und Papieren in Einklarieren.

Wie hilft Sailseer in der Karibik?

In der Karte planst du zwischen rund 810 Häfen und Ankerbuchten von Trinidad bis zu den Bahamas, Bermuda und Panama; Buchten mit Bojenfeld wie die Tobago Cays oder die Salt Whistle Bay stehen als Ziele darin. Sailseer zeigt die Hurrikanwarnungen des NHC mit Vorhersagekegel, Zugbahn und der nächsten Annäherung an deine Route, die Seewetterberichte des NHC und des NWS San Juan, die Vigilance von Météo-France für die französischen Inseln und das Regionalmodell AROME Antilles mit 2,5 km neben GFS und ECMWF. Gemessen wird an den Bojen der NDBC, an Pegeln von NOAA und IOC und an Flughäfen. Ankerplätze zeigt es mit ihrem Schutz je Windrichtung, Meeresparks mit ihren Regeln, und der Warnungsalarm schickt dir jede neue Warnung des NHC für deinen Hafen per Mail oder Push. Für die Formalitäten hat jedes Land eine eigene Seite, etwa Grenada.

Sailseer ist eine Planungshilfe und nicht zur Navigation. Amtliche Seekarten und die Vorhersagen und Warnungen des NHC und der Wetterdienste gehen immer vor. Riffe und Ankerplätze läufst du nur bei Tageslicht und gutem Licht an. Wer über den Atlantik kommt, findet die Planung der Passage in Atlantiküberquerung.

Häufige Fragen

Wann ist die beste Reisezeit zum Segeln in der Karibik?

Von Dezember bis April. Dann ist Trockenzeit, der Passat weht beständig aus Nordost bis Ost, und die Hurrikansaison ist vorbei. Um Weihnachten und im Januar ist er oft kräftiger.

Wann ist Hurrikansaison in der Karibik?

Vom 1. Juni bis zum 30. November, mit dem Höhepunkt von August bis Oktober. Maßgeblich sind die Vorhersagen und Warnungen des National Hurricane Center (NHC).

Wo verbringe ich die Hurrikansaison mit dem Boot?

Viele Yachten gehen an Land oder nach Süden, etwa nach Grenada, Trinidad oder Panama, das südlich der Zugbahnen liegt. Ob ein Liegeplatz außerhalb des Hurrikangebiets deiner Versicherung liegt, entscheidet die Police.

Muss man auf jeder Karibikinsel einklarieren?

In jedem Land, nicht auf jeder Insel. Die Kette von St. Vincent bis Union Island gilt als ein Land, ebenso Guadeloupe mit Les Saintes. Auf Martinique und Guadeloupe geht die Clearance seit September 2024 online.

Wie stark ist der Passat in der Karibik?

Meist 15 bis 25 kn aus Nordost bis Ost, in den Kanälen zwischen den Inseln mehr, im Lee der hohen Inseln weniger und böig. Regenböen bringen für Minuten deutlich mehr Wind.

Brauche ich für die Amerikanischen Jungferninseln ein Visum?

Wer mit dem eigenen Boot einreist, braucht ein Visum B1/B2; ESTA gilt dafür nicht, weil eine Privatyacht kein Beförderungsunternehmen des Visa Waiver Program ist. Mehr auf der Seite Amerikanische Jungferninseln.

Welche Betonnung gilt in der Karibik?

IALA-System B: Beim Einlaufen von See liegen die roten Tonnen an Steuerbord, umgekehrt wie in Europa.

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