Sailseer

Törnmeldung: so wissen deine Landkontakte, wann sie sich sorgen sollten

Stand 07.10.2026 · Lesezeit 4 min

Törn planen

Kurz gesagt: Wer weiß, wohin du segelst und wann du ankommen willst? Wie die Törnmeldung von Sailseer funktioniert, was sie leistet und was nicht.

Auf dem Wasser hilft dir im Ernstfall nur, wer weiß, dass etwas nicht stimmt. Deshalb gehört zu jedem Törn jemand an Land, der Route, Abfahrt und geplante Ankunft kennt und weiß, ab wann er sich Sorgen machen soll. Genau das organisiert die Törnmeldung in Sailseer: Sie hält deinen Plan fest, erinnert dich an die Ankunft und schickt eine Mail an deine Landkontakte, wenn du dich nicht meldest.

Warum eine Törnmeldung sinnvoll ist

Ohne Plan an Land fällt ein Ausbleiben oft spät auf, und dann fehlen die Angaben, die eine Suche braucht: Bootsname, Personen an Bord, Route und letzte bekannte Position. Eine Törnmeldung bringt diese Angaben im richtigen Moment zu den richtigen Menschen. Sie lohnt sich besonders bei Einhandfahrten, Nachtfahrten, langen Schlägen und in Revieren mit wenig Verkehr.

So legst du eine Törnmeldung an

Du findest sie im Bereich Fahrt oder nach einer Wetteranalyse unter „Törnmeldung für diese Strecke“. Ein Konto brauchst du nicht. Du gibst an:

Sag deinen Landkontakten vorher Bescheid, dass Mails von Sailseer kommen, und besprich mit ihnen, was sie im Ernstfall tun sollen.

Bordlink und Sichtlink

Als Skipper bekommst du einen Bordlink. Darüber meldest du „Abgelegt“ und „Alles gut“ mit einer kurzen Notiz, verschiebst die ETA, meldest „Angekommen“ oder brichst den Törn ab. Auf Wunsch teilt die Bordseite deine Position aus dem Browser, sofort und dann alle fünf Minuten. Sie hält dabei den Bildschirm an und läuft nach einem Neuladen weiter.

Deine Landkontakte bekommen einen Sichtlink: Status, Abfahrt, ETA, die Zeit des Alarms, die letzte Meldung und Position und die Spur auf einer Karte. Mailadressen und den Bordlink sehen sie dort nicht.

Wenn du überfällig bist

Sailseer prüft alle zehn Minuten. Zur ETA bekommst du eine Erinnerung: Angekommen melden oder die ETA verschieben. Verschiebst du sie vor dem Alarm, beginnen Erinnerung und Alarm neu.

Ist die ETA plus Karenz vorbei und niemand hat „Angekommen“ gemeldet, geht die Überfällig-Mail an deine Landkontakte und an dich. Sie enthält die letzte Meldung, die letzte Position und den Weg im Notfall: zuerst die Crew und den Hafenmeister des Ziels zu erreichen versuchen, dann die Seenotleitung, in Deutschland das MRCC Bremen der DGzRS (+49 421 53 68 70, mobil an der Küste 124 124), im Ausland das MRCC des Reviers oder die 112. Auf einem Binnensee nennt die Mail den Notruf 112 und die Wasserschutzpolizei. Meldest du dich danach, geht eine Entwarnung hinterher.

Was die Törnmeldung nicht ist

Die Törnmeldung ist ein Sicherheitsnetz, keine Seenotrettung. Sie läuft automatisch, keine Leitstelle wacht über deine Fahrt, und der Alarm kommt erst nach ETA plus Karenz. Positionen gibt es nur, solange die Bordseite offen ist und das Handy Netz hat; auf See ohne Netz bleibt die letzte stehen.

Bist du in Not, zählt der direkte Weg: Notruf über UKW Kanal 16 oder per DSC auf Kanal 70 an das zuständige MRCC, an Land die 112. Für die UKW-Anlage brauchst du das Funkzeugnis SRC.

Daten und Löschung

Sailseer speichert nur die Angaben der Meldung, deine Meldungen unterwegs und die geteilten Positionen. Drei Tage nach Ankunft oder Abbruch ist alles gelöscht, spätestens 14 Tage nach der ETA. Jede Mail enthält einen Link, mit dem eine Adresse keine Törnmeldungen mehr bekommt. Einzelheiten stehen in der Datenschutzerklärung.

Ankerwache und Gewitterwarnung

Im Bereich Fahrt gibt es zwei weitere Helfer. Die Ankerwache merkt sich, wo der Anker gefallen ist, und rechnet den Radius aus Kette plus Bootslänge plus 5 m, oder du gibst ihn direkt ein. Liegt das Boot dreimal nacheinander außerhalb oder schweigt das GPS 90 Sekunden, gibt es Alarm mit Ton, Vibration und Mitteilung. Sie läuft nur bei offener Seite; auf dem iPhone hält Safari den Standort im Hintergrund an.

Die Gewitterwarnung steht als Kasten in der Punktanalyse und schaut auf die nächste Stunde: Blitze aus Bodennetzen oder vom Satelliten und Regen aus dem Radar, zusammengefasst als Grün, Gelb oder Rot mit einem Satz, was zu tun ist. Der Gewitterwächter fragt alle fünf Minuten nach und meldet sich, wenn die Stufe steigt; im Fahrtmodus zieht er mit dem Boot mit, die Ankerwache hat einen eigenen für den Ankerplatz. Auch er läuft nur bei offener Seite. Mehr dazu im Ratgeber Böen und Gewitter.

Wer über Grenzen segelt, findet die Formalitäten im Ratgeber Einklarieren. Plane deine Strecke auf der Karte und lege die Törnmeldung direkt dazu an.

Häufige Fragen

Kostet die Törnmeldung etwas?

Nein. Sailseer ist derzeit kostenlos und ohne Konto nutzbar, auch die Törnmeldung. Du brauchst nur eine Mailadresse.

Wie viele Landkontakte kann ich angeben?

Bis zu drei. Jeder bekommt einen eigenen Sichtlink und kann sich über den Link in seiner Mail austragen.

Was passiert, wenn ich später ankomme als geplant?

Verschieb die ETA über den Bordlink, bevor der Alarm fällig ist; dann beginnen Erinnerung und Alarm neu. Ging die Überfällig-Mail schon hinaus, bekommen deine Landkontakte nach deiner Meldung eine Entwarnung.

Sehen meine Landkontakte meine Position auch ohne Netz?

Nein. Die Position kommt aus dem Browser deines Handys, und nur solange die Bordseite offen ist und das Handy Netz hat. Auf See ohne Netz sehen sie die letzte übertragene Position.

Ersetzt die Törnmeldung den Notruf?

Nein. Sie ist ein Sicherheitsnetz, keine Seenotrettung. Im Notfall rufst du über UKW Kanal 16 oder per DSC das zuständige MRCC, an Land die 112.

Wie lange speichert Sailseer die Daten?

Drei Tage nach Ankunft oder Abbruch, spätestens 14 Tage nach der ETA. Dann sind Meldung, Mailadressen und Positionen gelöscht.

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