Sailseer

GRIB und GPX: Wetter und Route auf den Kartenplotter bringen

Stand 07.10.2026 · Lesezeit 4 min

Törn planen

Kurz gesagt: Mit einer GRIB-Datei hast du die Windvorhersage auch ohne Netz an Bord, mit einer GPX-Datei die Route im Plotter. So holst du beides aus Sailseer.

Was eine GRIB-Datei ist

GRIB ist das Format der Wetterdienste für Modelldaten auf einem Gitter. Eine GRIB-Datei enthält für jeden Gitterpunkt und jeden Zeitschritt Werte wie Wind in 10 m Höhe, Böen und Luftdruck. Navigationsprogramme zeichnen daraus Windpfeile und Isobaren und spielen die Vorhersage Schritt für Schritt ab. Einmal geladen, brauchst du an Bord kein Netz mehr, um sie anzusehen.

Gitter, Zeitschritt und Dateigröße

Drei Dinge bestimmen, wie groß die Datei wird:

Über Satellit oder schwaches Mobilfunknetz zählt jedes Kilobyte. Lade die Datei deshalb im Hafen, solange du gutes Netz hast, und halte sie unterwegs so klein wie möglich.

GRIB aus Sailseer

Sailseer schneidet die Datei aus denselben Modelldaten, aus denen die Flächenkarten kommen, und schreibt sie als GRIB2: Wind in 10 m, Böen und Luftdruck auf Meereshöhe. Es gibt zwei Wege:

Beim Konsens wählt der Server das Modell, das den Ausschnitt ganz deckt: ICON-EU für Europa, sonst ECMWF oder GFS, etwa in Grönland, auf Spitzbergen oder weit draußen im Atlantik. Der Hinweis nennt danach Modell, Größe, Zahl der Zeitschritte und Gitterweite und sagt, wenn die Datei nur einen Teil des Ausschnitts deckt. Den Druck nimmt die Datei von einem weiteren Gitter, weil Tiefs oft außerhalb des Ausschnitts liegen. Eine zu große Anfrage (über drei Millionen Werte) lehnt Sailseer ab und sagt, was du verkleinern musst. Welches Modell wofür taugt, steht im Ratgeber Wettermodelle.

In OpenCPN und qtVlm öffnen

OpenCPN, das freie Navigationsprogramm, öffnet GRIB-Dateien mit seinem mitgelieferten GRIB-Plugin: Datei laden, Zeitpunkt wählen, Windpfeile, Böen und Isobaren einblenden. qtVlm liest GRIB ebenso und rechnet daraus auf Wunsch eine Wetterroute. Ob dein Kartenplotter GRIB-Dateien von einer Speicherkarte anzeigt, hängt vom Gerät ab; das Handbuch sagt es dir.

GPX: die Route für den Plotter

GPX ist das gängige Austauschformat für Wegpunkte, Routen und Tracks. „GPX für den Plotter“ erzeugt GPX 1.1 für Garmin, Raymarine und B&G und hält sich an deren Grenzen:

Auf den Plotter kommt die Datei meist über eine Speicherkarte oder die App des Herstellers. Prüf nach dem Import jede Route auf der Seekarte im Plotter und verschiebe Wegpunkte, die zu nah an einer Tonne oder Untiefe liegen.

Eine Route zurück in Sailseer laden

Der Weg geht auch zurück: im Menü am Start lädt „GPX-Route laden“ eine Route, einen Track oder Wegpunkte aus OpenCPN, Navionics, qtVlm oder deinem Plotter als Strecke. Die Datei darf bis 5 MB groß sein und wird nur gerechnet, nicht gespeichert. Sailseer dünnt auf höchstens 20 Stationen aus, Start und Ziel rasten auf den nächsten Hafen innerhalb von 1 sm ein. Danach prüfst du das Wetter wie bei jeder anderen Strecke. Im Fahrtmodus sicherst du deine gefahrene Spur als GPX.

Direkt an Plotter und Autopilot

Mit angeschlossenen Bordinstrumenten schickt Sailseer während einer Fahrt auf einer Route die Route als NMEA 0183 (WPL und RTE) an Plotter oder Autopilot: im Browser über USB, in der Android-App, die im geschlossenen Test ist, auch über WLAN und Bluetooth. Den Kurs zum nächsten Wegpunkt laufend zu senden, geht nur nach Bestätigung. Ausguck und Steuern bleiben bei dir.

Seekarte offline: MBTiles für OpenCPN

Im Menü Seekarte erzeugt „Offline-Paket des Ausschnitts (MBTiles)“ ein Kachelpaket der freien Ebenen, die der Server selbst ausliefert: die Tiefen aus EMODnet (in Polen aus den Vermessungen von SIPAM), die Seekarte des BSH und die lettischen Seekartendaten. OpenCPN öffnet MBTiles direkt. Das Paket reicht von Zoomstufe 8 bis drei Stufen über der jetzigen (höchstens 14) und hat höchstens 5.000 Kacheln; es liegt zwei Tage zum Herunterladen bereit. Nicht dabei sind die Grundkarte und OpenSeaMap, deren Bedingungen das flächige Vorabladen verbieten, und die Ebenen, die der Browser direkt bei anderen Anbietern holt.

Grenzen

GRIB-Dateien sind Modellausgaben, keine Messungen und keine Warnungen. Gewitterböen, Düsen an Kaps und Fallwinde zeigt ein Modell oft schwächer, als sie sind, und zwischen den Zeitschritten interpoliert das Programm nur. GPX-Routen und Kachelpakete sind Planungsskizzen, jede GPX-Datei sagt das selbst. Sailseer ist nicht zur Navigation: amtliche Seekarten, Seewetterberichte und Warnungen gehen vor. Wie sich Sailseer neben anderen Apps einordnet, steht im Vergleich der Segel-Apps.

Häufige Fragen

Welche Daten stehen in der GRIB-Datei von Sailseer?

Wind in 10 m Höhe, Böen und Luftdruck auf Meereshöhe, als GRIB2. Das Modell ist das der Flächenkarte; beim Konsens wählt der Server ICON-EU, ECMWF oder GFS, je nachdem, welches den Ausschnitt deckt.

Wie halte ich eine GRIB-Datei klein?

Kleiner Ausschnitt, gröberes Gitter, kürzerer Vorlauf. Ein halb so großer Gitterabstand vervierfacht die Zahl der Punkte, ein halb so langer Zeitschritt verdoppelt die Datei.

Warum hat meine Route im Plotter mehrere Teilrouten?

Ältere Raymarine- und B&G-Geräte nehmen nur 50 Punkte je Route. Sailseer teilt längere Routen deshalb in Teilrouten, die am Übergabepunkt aneinanderhängen.

Funktioniert das Offline-Paket ohne Internet?

Ja, einmal heruntergeladen öffnet OpenCPN die MBTiles-Datei ohne Netz. Die Grundkarte und OpenSeaMap sind nicht dabei, nur Tiefen, die Seekarte des BSH und die lettischen Seekartendaten.

Kann ich nach der GPX-Route aus Sailseer navigieren?

Nur als Planungsskizze. Prüf jede Route im Plotter auf der amtlichen Seekarte, bevor du ihr folgst, und halte Ausguck.

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