Segeln an der Westküste der USA und in Alaska: Kalifornien, Puget Sound und Inside Passage
Stand 20.10.2026 · Lesezeit 5 min
Kurz gesagt: An der Westküste der USA segelst du in Südkalifornien fast das ganze Jahr, in der San Francisco Bay im kräftigen Sommerwind, im Puget Sound und in den San Juan Islands zwischen Inseln und Sunden, und im Sommer durch die Inside Passage nach Alaska mit Fjorden, Gletschern und Walen.
Die Pazifikküste der USA ist eine offene, gerade Küste mit wenigen Naturhäfen. Zwischen den Häfen liegen oft 50 sm und mehr, viele Einfahrten führen über eine Barre vor einer Flussmündung. Geschützt segelt man in Südkalifornien hinter den Channel Islands, in der San Francisco Bay, im Puget Sound und in der Inside Passage, die von Washington durch British Columbia bis Skagway in Alaska führt.
Welche Reviere hat die Westküste der USA?
| Revier | Gewässer | Häfen (Beispiele) |
|---|---|---|
| Südkalifornien | San Diego Bay, Mission Bay, Catalina, San Pedro Bay | San Diego, Newport Beach, Avalon, Marina del Rey |
| Santa-Barbara-Kanal | Channel Islands, Santa Barbara Channel | Santa Barbara, Ventura |
| Zentralkalifornien | Morro Bay, Monterey Bay | Morro Bay, Monterey, Santa Cruz |
| San Francisco Bay und Delta | Bay, San Pablo Bay, Suisun Bay, Delta | Sausalito, San Francisco, Richmond |
| Nordkalifornien und Oregon | offene Küste, Barren | Eureka, Coos Bay, Newport |
| Columbia und Washingtonküste | Columbia bis Portland, Grays Harbor | Astoria, Portland |
| Puget Sound und San Juan Islands | Puget Sound, Hood Canal, Lake Washington, San Juan Islands | Seattle, Friday Harbor, Anacortes |
| Südostalaska | Inside Passage, Glacier Bay | Ketchikan, Sitka, Juneau |
| Golf von Alaska | Prince William Sound, Kenai Fjords, Cook Inlet, Kodiak | Valdez, Seward, Homer, Kodiak |
Südkalifornien von San Diego bis Santa Barbara hat das ruhigste Wetter der Küste: sonnig, mäßiger Westwind am Nachmittag, warmes Wasser im Spätsommer. Catalina und die Channel Islands liegen eine Tagesfahrt vor der Küste. Die San Francisco Bay ist bekannt für ihren Sommerwind: an fast jedem Nachmittag weht es mit 20 bis 30 kn durch das Golden Gate, gegen den Ebbstrom steht dort eine steile See. Der Puget Sound und die San Juan Islands sind ein geschütztes Revier aus Sunden und Inseln mit vielen Marinas, Bojen der State Parks und Walen; nach Norden schließen die Gulf Islands und die Strait of Georgia in British Columbia an.
Wann ist die beste Reisezeit?
In Südkalifornien ist das ganze Jahr Saison, am schönsten von August bis Oktober; im Winter kommen gelegentlich Stürme aus Süd und die trockenen, heißen Santa-Ana-Winde aus Nordost. Weiter nördlich ist der Sommer die Zeit zum Segeln: von Mai bis September weht an der Küste ein stetiger Nordwest, oft 20 bis 30 kn vor den Kaps, mit Nebel morgens. Von Oktober bis April ziehen die Tiefs des Nordpazifiks mit Sturm aus Süd und hoher Dünung über Oregon und Washington. In Alaska ist die Saison von Mai bis September, mit langen Tagen; im Herbst nehmen Wind und Regen schnell zu.
Was macht die Küste schwierig?
- Barren: Vor Flussmündungen wie dem Columbia, der Coos Bay oder der Humboldt Bay bricht die See bei Ebbstrom und hoher Dünung. Die Coast Guard sperrt die Barren dann zeitweise für kleine Boote und meldet ihren Zustand über UKW. Über eine Barre nur bei Flut oder Stillwasser und mäßiger Dünung.
- Nebel: Im Sommer liegt über dem kalten Wasser oft dichter Nebel, besonders vor San Francisco und an der Küste Nordkaliforniens. Radar und AIS helfen.
- Weite Strecken: Zwischen San Francisco und dem Columbia gibt es wenige Häfen, und vor den Kaps (Point Conception, Cape Mendocino, Cape Blanco) wird es oft stark. Nach Süden segelt es sich mit dem Wind leicht, nach Norden fährt man am besten nachts und früh am Morgen, wenn der Wind schwächer ist.
- Kelp und Treibholz: In Kalifornien schwimmen Felder von Seetang vor der Küste, im Norden und in Alaska Baumstämme im Wasser.
Was ist die Inside Passage?
Die Inside Passage ist der geschützte Seeweg von Puget Sound durch die Kanäle von British Columbia bis Skagway in Alaska, rund 1.000 sm hinter Inseln, durch Sunde und Fjorde. Gefährlich sind die wenigen offenen Stücke (Queen Charlotte Sound, Dixon Entrance) und der Strom in den Engen: in den Seymour Narrows in British Columbia läuft er bis 16 kn, in Alaska in den Sergius Narrows und den Wrangell Narrows. Die Engen nimmt man bei Stillwasser. In Alaska beträgt der Tidenhub 4 bis 6 m, im Cook Inlet bis 9 m. Vor den Gletschern treibt Eis, in Glacier Bay brauchen motorisierte Boote vom 1. Juni bis 31. August eine Genehmigung des Nationalparks.
Was gilt bei der Einreise?
Wer aus dem Ausland kommt, meldet die Ankunft sofort bei U.S. Customs and Border Protection (CBP), mit der App CBP ROAM oder am Telefon. Wer ein I-94 braucht, also jede ausländische Crew bei der ersten Einreise, erscheint persönlich bei einer Meldestelle: in Kalifornien etwa am Customs Dock auf Shelter Island in San Diego, in Washington in Friday Harbor, Point Roberts, Anacortes oder Port Angeles, in Alaska in Ketchikan, Sitka oder Juneau. Die Crew braucht ein Visum B1/B2, ESTA gilt auf einer Privatyacht nicht. Wer aus British Columbia kommt, meldet sich ebenso, auch nach einem Tag in Kanada.
Worauf sollte man achten?
- Wale: In Washington gilt zu den Schwertwalen der Southern Residents 1.000 Yards Abstand, zu anderen Walen 100 Yards. Vor der Westküste von San Juan Island gibt es eine Zone ohne Boote.
- Schutzgebiete: Die National Marine Sanctuaries von den Channel Islands bis zur Olympic-Halbinsel verbieten Abwasser über Bord, in den Marine Reserves ist Fischen verboten.
- Schiffsverkehr: Vor Los Angeles, San Francisco, in der Juan-de-Fuca-Straße und im Puget Sound gelten Verkehrstrennungen; große Schiffe und Fähren fahren dort dicht.
- Ballard Locks: In Seattle führen die Schleusen rund um die Uhr in den Lake Union und den Lake Washington.
Wie hilft Sailseer an der Westküste und in Alaska?
In der Karte planst du zwischen rund 340 Häfen von San Diego bis Kodiak, durch die San Francisco Bay ins Delta, den Columbia hinauf bis Portland und durch den Puget Sound. Sailseer zeigt die Warnungen und Küstenberichte des National Weather Service von San Diego bis Anchorage, die Hochseeberichte des Ocean Prediction Center und für den Golf von Alaska, neben GFS und ECMWF die Modelle HRRR der NOAA und HRDPS des kanadischen Wetterdienstes, die Messungen von rund 120 Bojen und Küstenstationen und 50 Pegeln mit Tide über Seekartennull und Tide und Strom an jedem Punkt. Die amtlichen ENC der NOAA liegen als Seekarte unter der Route, die Formalitäten stehen auf der Seite USA.
Sailseer ist eine Planungshilfe und nicht zur Navigation. Amtliche Seekarten, die Local Notices to Mariners der Coast Guard und die Vorhersagen und Warnungen des National Weather Service gehen immer vor.
Häufige Fragen
Wann segelt man am besten an der Westküste der USA?
In Südkalifornien das ganze Jahr, am schönsten von August bis Oktober. Nördlich von Point Conception und im Puget Sound von Mai bis September, in Alaska von Mai bis September.
Wie stark ist der Wind in der San Francisco Bay?
Im Sommer weht an den meisten Nachmittagen 20 bis 30 kn Westwind durch das Golden Gate. Morgens ist es oft ruhig und neblig, gegen den Ebbstrom steht unter der Brücke eine steile See.
Was ist eine Barre und wann kann man sie queren?
Eine Barre ist eine flache Schwelle vor einer Flussmündung, über der die Dünung bricht, besonders bei Ebbstrom. Gequert wird bei Flut oder Stillwasser und mäßiger Dünung; die Coast Guard sperrt die Barren bei Gefahr für kleine Boote.
Braucht man für die Inside Passage eine Genehmigung?
Für die Passage selbst nicht, aber wer durch British Columbia fährt, meldet sich in Kanada bei der CBSA und bei der Rückkehr in die USA wieder bei CBP. Für Glacier Bay brauchen motorisierte Boote vom 1. Juni bis 31. August eine Genehmigung des Nationalparks.
Wie hoch ist die Tide in Alaska?
In Südostalaska 4 bis 6 m, im Cook Inlet bei Anchorage bis 9 m. Dazu kommt starker Strom in den Engen, die man bei Stillwasser nimmt.