Segeln im Golf von Mexiko: Golfküste der USA, GIWW und Yucatán
Stand 20.10.2026 · Lesezeit 5 min
Kurz gesagt: Im Golf von Mexiko segelst du im Frühjahr und Herbst an der Golfküste der USA zwischen Florida und Texas, innen auf dem Gulf Intracoastal Waterway mit seinen Schleusen in Louisiana, und im Winter vor Yucatán, wenn die Nortes Pause machen.
Der Golf von Mexiko ist ein warmes, flaches Becken mit wenig Tide. An der Golfküste der USA liegen die Reviere hinter Inseln, in Buchten, Sounds und Bayous, verbunden durch den Gulf Intracoastal Waterway von Florida bis an die Grenze zu Mexiko. An der Golfküste Mexikos gibt es wenige Häfen für Yachten, dafür Riffe, Fischerorte und in der Bucht von Campeche die Ölfelder.
Welche Reviere hat der Golf von Mexiko?
Von Carrabelle in Florida bis Brownsville in Texas sind es rund 800 sm Luftlinie, von dort an der Küste Mexikos bis zur Nordspitze von Yucatán noch einmal so viel.
| Revier | Gewässer | Häfen (Beispiele) |
|---|---|---|
| Big Bend und Forgotten Coast | Apalachee Bay, Apalachicola Bay, St. Joseph Bay | Carrabelle, Apalachicola |
| Panhandle Floridas | St. Andrew Bay, Choctawhatchee Bay, Pensacola Bay | Panama City, Destin, Pensacola |
| Alabama und Mississippi | Mobile Bay, Mississippi Sound | Orange Beach, Mobile, Gulfport |
| Louisiana | Lake Pontchartrain, Mississippidelta, Bayous | New Orleans, Grand Isle, Lake Charles |
| Texas | Galveston Bay, Matagorda Bay, Corpus Christi Bay, Laguna Madre | Kemah, Galveston, Port Aransas, Port Isabel |
| Mexiko: Veracruz und Tampico | Riffe vor Veracruz, Flussmündungen | Veracruz, Tuxpan |
| Mexiko: Campeche und Yucatán | Campeche-Bank, Nordküste Yucatáns | Campeche, Progreso, El Cuyo |
Die Panhandle-Küste Floridas mit Destin und Pensacola hat weißen Sand und klares Wasser, die Choctawhatchee Bay und der Santa Rosa Sound liegen geschützt dahinter. Mobile Bay und der Mississippi Sound sind flach und ruhig, mit Ankerplätzen hinter den Barriereinseln. Die Galveston Bay bei Houston ist mit Clear Lake und Kemah das größte Segelrevier von Texas, Corpus Christi und Port Aransas haben den stetigsten Wind am Golf. In Mexiko ist Progreso mit dem Hafen Yucalpetén der wichtigste Hafen für Yachten, vor Veracruz liegen die Riffe des Nationalparks.
Was ist der Gulf Intracoastal Waterway?
Der Gulf Intracoastal Waterway (GIWW) führt rund 1.100 Meilen (statute miles) von Carrabelle bis Brownsville hinter den Inseln entlang und durch die Marschen Louisianas. Er ist auf 12 ft (3,7 m) Tiefe angelegt und vor allem eine Wasserstraße der Berufsschifffahrt: Schubverbände mit Leichtern bestimmen den Verkehr.
- Brücken: Die festen Brücken haben in Texas und Louisiana meist 73 ft (22,3 m) Durchfahrtshöhe, in Florida 65 ft, einzelne nur 48 bis 50 ft (Fort Walton Beach, Navarre, Redfish Bay bei Port Aransas). Bewegliche Brücken öffnen auf Signal, in New Orleans, am Harvey Canal und in Houma aber nicht im Berufsverkehr.
- Schleusen: In New Orleans verbindet die Industrial Canal Lock (IHNC) Lake Pontchartrain und den Mississippi, die Algiers und die Harvey Lock führen auf die Westseite. Weiter westlich folgen Bayou Boeuf bei Morgan City, Leland Bowman und Calcasieu, in Texas die Fluttore am Brazos River und die Schleusen am Colorado River. Gerufen wird auf UKW Kanal 14 (Brazos und Colorado: 13), Sportboote kommen nach der Berufsschifffahrt.
- Mississippi: Wer nach Westen will, fährt in New Orleans ein paar Meilen auf dem Mississippi, mit kräftigem Strom und vielen Schiffen.
Wann ist die beste Reisezeit?
An der Golfküste der USA sind das Frühjahr (März bis Mai) und der Herbst (Oktober und November) am angenehmsten, mit Seebrise und warmem Wasser. Im Sommer ist es heiß und schwül, fast jeden Nachmittag ziehen Gewitter auf. Im Winter kommen Kaltfronten mit Nordwind und kalter Luft bis an die Küste. Yucatán und Campeche sind im Winter warm und trocken, aber dann wehen die Nortes.
Wie gefährlich sind Hurrikane und Nortes?
Die Hurrikansaison läuft vom 1. Juni bis 30. November, am stärksten von August bis Oktober. Die Golfküste traf es oft und hart (Ivan 2004, Katrina 2005, Harvey 2017, Michael 2018, Ida 2021), und über dem flachen Schelf läuft die Sturmflut hoch auf. Von September bis Mai bringen Kaltfronten die Nortes, Sturm aus Nord über dem Golf, am stärksten in der Bucht von Campeche und vor Veracruz; dann schließen die Capitanías die Häfen für kleine Fahrzeuge.
Was gilt bei der Einreise?
USA: Die Ankunft aus dem Ausland sofort bei U.S. Customs and Border Protection (CBP) melden, per App CBP ROAM oder telefonisch. Wer ein I-94 braucht, erscheint persönlich bei einer Meldestelle: am Golf Panama City, Pensacola, Mobile, Pascagoula, Gulfport, New Orleans, Morgan City, Lake Charles und Brownsville. Die Crew braucht ein Visum B1/B2, ESTA gilt auf einer Privatyacht nicht.
Mexiko: Am Golf klariert eine Yacht meist in Progreso (Yucalpetén) ein, Capitanía und Zoll haben auch Ciudad del Carmen, Coatzacoalcos, Veracruz, Tuxpan und Tampico. Die Ankunft 24 Stunden vorher bei der Capitanía anmelden, die Yacht braucht die befristete Einfuhrgenehmigung (TIP). Wer aus den USA kommt, legt statt des Zarpe eine Erklärung auf Spanisch vor.
Worauf sollte man achten?
- Ölplattformen: Vor Louisiana und Texas stehen Tausende Plattformen, viele nachts kaum beleuchtet. In der Bucht von Campeche liegen die Ölfelder mit Sicherheitszonen von 500 m und den Meidegebieten der IMO.
- Flaches Wasser: Die Küste ist weit hinaus flach, und die Barren an den Pässen ändern sich nach jedem Sturm.
- Tamaulipas: Das Auswärtige Amt rät dringend von Reisen in den Norden von Tamaulipas ab.
- Schiffsverkehr: Vor Galveston gilt eine Verkehrstrennung, auf dem Mississippi und in den Ship Channels von Houston, Corpus Christi und Mobile fahren große Schiffe.
Wie hilft Sailseer im Golf von Mexiko?
In der Karte planst du zwischen rund 200 Häfen vom Big Bend bis Brownsville und von Tampico bis Yucatán, auch innen durch Sounds und Buchten und von New Orleans durch die Schleusen über den Gulf Intracoastal Waterway nach Grand Isle und weiter durch Louisiana und Texas bis Port Isabel, mit den Zeiten der Schleusen und Brücken. Sailseer zeigt die Warnungen und Küstenberichte der Büros des National Weather Service von Tallahassee bis Brownsville, den Hochseebericht des NHC für den ganzen Golf mit seinen Sturmwarnungen, die Warnungen des SMN für die Golfstaaten Mexikos und neben GFS und ECMWF das Modell HRRR der NOAA. Gemessen wird an rund 50 Bojen und Küstenstationen und an 46 Pegeln mit Tide über Seekartennull. Die Route meidet die Meidegebiete in der Bucht von Campeche und die Küste von Tamaulipas, die amtlichen ENC der NOAA liegen als Seekarte unter der Route. Für die Formalitäten haben beide Länder eine eigene Seite: USA und Mexiko.
Sailseer ist eine Planungshilfe und nicht zur Navigation. Amtliche Seekarten, die Local Notices to Mariners der Coast Guard, die Avisos der Capitanías und die Vorhersagen und Warnungen der Wetterdienste gehen immer vor.
Häufige Fragen
Wann ist die beste Reisezeit zum Segeln im Golf von Mexiko?
An der Golfküste der USA von März bis Mai und im Oktober und November, vor Yucatán im Winter zwischen den Nortes.
Wie tief ist der Gulf Intracoastal Waterway?
Angelegt ist er auf 12 ft (3,7 m). Die festen Brücken haben in Texas und Louisiana meist 73 ft (22,3 m) Durchfahrtshöhe, in Florida 65 ft, einzelne nur 48 bis 50 ft.
Welche Schleusen gibt es am Gulf Intracoastal Waterway?
In New Orleans die Industrial Canal Lock, die Algiers und die Harvey Lock, in Louisiana Bayou Boeuf, Leland Bowman und Calcasieu, in Texas die Fluttore am Brazos River und die Schleusen am Colorado River. Gerufen wird auf UKW Kanal 14.
Wo klariert man an der Golfküste Mexikos ein?
Meist in Progreso (Yucalpetén). Capitanía und Zoll haben auch Ciudad del Carmen, Coatzacoalcos, Veracruz, Tuxpan und Tampico; die Ankunft wird 24 Stunden vorher angemeldet.
Was sind Nortes?
Kaltfronten von September bis Mai mit Sturm aus Nord über dem Golf, am stärksten in der Bucht von Campeche und vor Veracruz. Dann schließen die Häfen für kleine Fahrzeuge.
Wann ist Hurrikansaison im Golf von Mexiko?
Vom 1. Juni bis zum 30. November, am stärksten von August bis Oktober. Über dem flachen Schelf der Golfküste läuft die Sturmflut besonders hoch auf.