Sailseer

Segel-Glossar: Wetter, Tide und Törnplanung von A bis Z

Stand 07.10.2026 · Lesezeit 18 min

Törn planen

Kurz gesagt: Knapp 60 Fachbegriffe aus Seewetter, Gezeiten, Navigation und Törnplanung, kurz erklärt, jeweils mit dem Hinweis, wo Sailseer sie anzeigt oder mit ihnen rechnet.

Wer Törns plant, liest Seewetterberichte, Gezeitenkurven und Wettermodelle und stößt dabei auf Fachbegriffe aus Seemannschaft, Meteorologie und Navigation. Dieses Glossar erklärt die wichtigsten davon in wenigen Sätzen: von AIFS, dem KI-Wettermodell des ECMWF, über Kentern und Seekartennull bis zu Windsee und Windstau. Wo Sailseer einen Begriff anzeigt oder mit ihm rechnet, steht dabei, wie, mit einem Link zur passenden Seite oder zum Ratgeber. Die Erklärungen folgen dem üblichen Sprachgebrauch in der deutschen Sportschifffahrt. Maßgeblich für die Navigation bleiben amtliche Seekarten, Seehandbücher, Seewetterberichte und Warnungen.

Begriffe von A bis Z

Abdrift

Der Winkel zwischen der Richtung, in die der Bug zeigt, und dem tatsächlichen Kurs durchs Wasser, weil der Wind das Boot seitlich versetzt; den Versatz durch Strömung nennt man Stromversatz. Am Wind ist die Abdrift am größten, kleine und leichte Boote treiben stärker ab als große Yachten. Sailseer legt Kreuzschläge auf die Höhe am Wind plus 5 bis 10 Grad je nach Bootsgröße, einstellbar im Formular (Kreuzen).

AIFS

Das Artificial Intelligence Forecasting System des Europäischen Zentrums für mittelfristige Wettervorhersage (ECMWF), ein Wettermodell auf Basis maschinellen Lernens statt physikalischer Gleichungen. Sailseer zählt AIFS als eines von neun Modellen im Konsens, aber nur bei Wind und Richtung, weil es keine Böen ausgibt (Wettermodelle).

AIS

Das Automatic Identification System: Schiffe senden über UKW ihre Kennung (MMSI), Name, Position, Kurs und Fahrt, andere Schiffe und Landstationen empfangen das. Für die Berufsschifffahrt ab einer bestimmten Größe ist es Pflicht, viele Yachten haben einen Empfänger oder Transponder. Sailseer zeigt die Verkehrsdichte und Schiffe live als Ebenen in der Karte, nicht zur Kollisionsverhütung.

Am Wind

Der Kurs, auf dem ein Segelboot so hoch wie möglich gegen den Wind segelt; Fahrtenyachten schaffen meist etwa 45 Grad zum wahren Wind. Noch spitzer zum Ziel geht es nur durch Kreuzen. Sailseer nennt Kurse unter 45 Grad Kreuzen und 45 bis 70 Grad am Wind, die Höhe am Wind des eigenen Boots lässt sich im Bootsprofil einstellen (Kreuzen).

Ankerwache

Die Überwachung, ob der Anker hält, früher durch eine Wache an Deck, heute oft durch einen GPS-Alarm, der auslöst, wenn das Boot einen Radius verlässt. Sailseer hat im Bereich Fahrt eine Ankerwache im Browser mit Alarm, wenn das Boot vertreibt oder das GPS ausfällt, und prüft viele Ankerplätze gegen den Wind der nächsten 14 Stunden (Karte).

Barre

Eine Untiefe aus Sand oder Schlick vor einer Flussmündung, einer Hafeneinfahrt oder in einem Seegatt, über der bei auflandigem Wind und bei Wind gegen Strom die See brechen kann. Sailseer prüft am Tagesziel eines Törns die flachste Barre der letzten 10 sm des Tageswegs und rechnet daraus das Tidenfenster (Gezeiten und Strom).

Beaufort (Bft)

Die Skala der Windstärke von 0 (Windstille) bis 12 (Orkan), benannt nach dem britischen Admiral Francis Beaufort. Stärke 6 entspricht 22 bis 27 kn (starker Wind), Stärke 8 entspricht 34 bis 40 kn (stürmischer Wind), und ab 64 kn ist Stärke 12 erreicht. Sailseer zeigt den Wind wahlweise in Knoten, Beaufort, km/h oder m/s, umzustellen in den Einstellungen der Karte.

Böe

Eine kurze Windspitze über dem Mittelwind; gemessen wird sie meist als höchstes Mittel über drei Sekunden, der Mittelwind über zehn Minuten. Gerefft wird nach den Böen, nicht nach dem Mittelwind. Sailseer nimmt als Referenzböe den Wert, den nur ein Zehntel der Modellböen übertrifft, und vergleicht ihn mit der Böengrenze des Boots (Böen und Gewitter).

Bora

Ein kalter, sehr böiger Fallwind aus Nordost an der Ostküste der Adria, der von den Dinarischen Alpen auf die Küste stürzt, besonders heftig etwa bei Senj und im Velebitkanal. Ihre Böen liegen weit über dem Mittelwind, und sie setzt oft plötzlich ein. Sailseer erkennt Bora-Lagen im Konsens der Modelle und erklärt sie auf der Seite zur Bora.

CAPE

Convective Available Potential Energy, die Energie in Joule je Kilogramm, die aufsteigende Luft für Gewitterwolken freisetzen kann. Hohe Werte zeigen, dass Gewitter möglich sind, nicht dass sie kommen; dafür braucht es einen Auslöser wie eine Front oder starke Erwärmung. Sailseer zeigt das Gewitterpotenzial aus CAPE als Flächenkarte und wertet eine Lage ab 800 J/kg mit mindestens 40 Prozent Regenwahrscheinlichkeit als Gewitterlage, die gegen die Fahrt spricht (Böen und Gewitter).

Dünung

Wellen, die das Windfeld verlassen haben, in dem sie entstanden sind, und über große Entfernungen weiterlaufen; sie sind lang, gleichmäßig und haben eine lange Periode. Dünung kann auch bei Flaute hoch sein und kommt oft aus einer anderen Richtung als die Windsee. Sailseer zeigt Dünung und Windsee getrennt mit Höhe, Periode und Laufrichtung aus den Seegangsmodellen des DWD (Wettermodelle).

Durchfahrtshöhe

Die lichte Höhe unter einer Brücke oder Freileitung über dem Wasser; das Boot passt, wenn die Masthöhe über Wasser plus Sicherheitsabstand darunter bleibt. In Tidengewässern bezieht sie sich auf einen festgelegten hohen Wasserstand, welchen, steht in der Seekarte. Sailseer meidet feste Brücken, unter die der Mast laut Bootsprofil nicht passt (Brücken und Schleusen).

Einklarieren

Die Formalitäten bei der Einreise mit dem Boot in ein anderes Land: Zoll, Einwanderung und je nach Land Hafenbehörde, Gesundheitsbehörde oder Gebühren, meist in einem dafür zugelassenen Hafen (Port of Entry). Beim Verlassen eines Landes außerhalb gemeinsamer Zoll- und Schengen-Räume wird entsprechend ausklariert. Sailseer nennt je Land und an jedem Grenzübertritt der Route Einklarierung, Zoll, Schengen-Grenze, Papiere und Gebühren (Einklarieren).

Ensemble

Eine Vorhersage aus vielen Läufen desselben Modells mit leicht veränderten Startwerten; die Streuung der Läufe zeigt, wie sicher die Vorhersage ist. Sailseer nutzt das Ensemble des ECMWF mit 51 und ICON-D2-EPS des DWD mit 20 Läufen für die Wahrscheinlichkeit kräftiger Böen und den Fächer um den Windverlauf (Wettermodelle).

ETA

Estimated Time of Arrival, die voraussichtliche Ankunftszeit. Sailseer rechnet die ETA für jeden Wegpunkt aus Polare, Wind und Strom und liest das Wetter genau zu dieser Zeit; in der Törnmeldung löst eine überschrittene ETA nach einer Karenzzeit die Mail an die Landkontakte aus.

Fahrt und Kurs über Grund (SOG, COG)

Geschwindigkeit und Richtung des Boots gegenüber dem Meeresboden, wie sie das GPS misst (Speed und Course over Ground). Sie weichen von Fahrt und Kurs durchs Wasser ab, sobald Strom setzt oder das Boot abdriftet. Im Fahrtmodus zeigt Sailseer beide mit einer COG-Linie auf der Karte, in der Planung geht der Tidenstrom in die Fahrt über Grund ein (Gezeiten und Strom).

Fallböe

Eine Böe, die von oben auf das Wasser trifft: aus dem Abwind eines Gewitters oder Schauers oder als Fallwind von Bergen, Steilküsten und hohen Inseln. Sie kommt plötzlich, oft aus anderer Richtung als der Grundwind, und Wettermodelle treffen sie selten in Ort und Zeit. Sailseer nennt Fallböen bei den Lokalwinden und warnt für die nächste Stunde vor Gewittern in der Nähe (Böen und Gewitter).

Gezeiten

Das regelmäßige Steigen und Fallen des Wasserstands (Tide) durch die Anziehung von Mond und Sonne; an der Nordsee wechseln Hoch- und Niedrigwasser etwa alle sechs Stunden. Ostsee und Mittelmeer sind dagegen tidenarm. Sailseer rechnet Tide und Tidenstrom aus den Ozeanmodellen von Copernicus Marine und zeigt die Pegel des BSH, im Mittelmeer mit Tide in der nördlichen Adria und im Golf von Gabès (Gezeiten und Strom).

GPX

Das GPS Exchange Format, ein offenes Dateiformat für Wegpunkte, Routen und Tracks, das Plotter und Navigationsprogramme lesen. Sailseer exportiert Routen als GPX 1.1 für Garmin, Raymarine und B&G, je Törntag eine Route, und liest Routen und Tracks aus OpenCPN, Navionics oder dem Plotter ein (GRIB und Plotter).

GRIB

GRIdded Binary, das Dateiformat der Weltorganisation für Meteorologie für Wetterdaten auf einem Gitter, etwa Wind, Böen und Luftdruck je Zeitschritt. Bordprogramme wie OpenCPN und qtVlm und viele Kartenplotter zeigen GRIB-Dateien an. Sailseer erzeugt für den Kartenausschnitt eine GRIB2-Datei mit wählbarer Gitterweite und Zeitschritt (GRIB und Plotter).

Hochwasser (HW)

Der höchste Wasserstand innerhalb einer Tide; zwischen zwei Hochwassern liegen an der Nordsee im Mittel rund 12 Stunden und 25 Minuten. Gemeint ist nicht das Hochwasser durch Sturmflut oder Regen. Sailseer zeigt Hoch- und Niedrigwasser in der Tidenkurve je Hafen und an den Pegeln des BSH (Gezeiten und Strom).

Isobare

Eine Linie gleichen Luftdrucks auf der Wetterkarte. Je enger die Isobaren liegen, desto stärker weht der Wind; er weht etwa parallel zu ihnen, über See leicht zum Tief hin abgelenkt, und auf der Nordhalbkugel liegt das Tief links, wenn man den Wind im Rücken hat. Sailseer zeigt den Luftdruck mit Isobaren als Flächenkarte und die Bodenkarten des DWD mit Fronten in der Karte.

Kennung

Das Lichtmuster eines Leuchtfeuers oder einer Leuchttonne aus Farbe, Taktung und Wiederkehr, etwa Fl(3) R 10s für drei rote Blitze alle zehn Sekunden. Daran erkennt man nachts, welches Feuer man sieht. Sailseer zeigt rund 28.100 Leuchtfeuer mit Kennung und Sektoren als Ebene in der Karte, in Finnland und Portugal aus amtlichen Daten.

Kentern (der Tide)

Der Wechsel des Tidenstroms von Flut- auf Ebbstrom oder umgekehrt; um diese Zeit ist der Strom am schwächsten (Stillwasser). Nicht zu verwechseln mit dem Kentern eines Boots. Kann das Boot gegen den Strom nicht ankommen, wartet die Planung von Sailseer aufs Kentern (Gezeiten und Strom).

Klappbrücke

Eine bewegliche Brücke, deren Fahrbahn für die Durchfahrt hochgeklappt wird, meist zu festen Zeiten oder auf Anforderung; Boote mit Mast müssen außerhalb dieser Zeiten warten. Sailseer rechnet Öffnungszeiten aus amtlichen Quellen und von den Betreibern in die Fahrtzeit ein, etwa an der Brücke Lindaunis über die Schlei (Brücken und Schleusen).

Knoten (kn)

Die Einheit der Geschwindigkeit auf See: ein Knoten ist eine Seemeile je Stunde, also 1,852 km/h oder rund 0,51 m/s. Fahrt, Strom und Wind gibt man in der Sportschifffahrt meist in Knoten an. Sailseer rechnet in Knoten und zeigt den Wind wahlweise auch in Beaufort, km/h oder m/s (Karte).

Konsens

Die Zusammenfassung mehrerer Wettermodelle zu einer gemeinsamen Vorhersage, damit nicht ein einzelnes Modell mit einem Ausreißer den Plan bestimmt. Sailseer bildet den Konsens je Stunde aus dem Median der Modelle, dazu ihre Spanne und wie einig sie sich sind; liegen die Modelle weit auseinander, zieht die Bewertung Punkte ab (Wettermodelle).

Kreuzen

Das Segeln gegen den Wind im Zickzack: Weil ein Segelboot nicht direkt gegen den Wind fahren kann, wechselt es in Schlägen mit Wenden zwischen Steuerbord- und Backbordbug. Bei 45 Grad zum Wind wird der Weg dabei rund 40 Prozent länger als die direkte Linie. Sailseer legt die Kreuzschläge je Paar von Wegpunkten ins freie Wasser, mit Wendeverlust, Strom und Wind je Ort und Stunde (Kreuzen).

Kreuzsee

Eine See, in der zwei Wellensysteme aus verschiedenen Richtungen übereinanderlaufen, etwa Windsee und Dünung nach einer Winddrehung oder an Kaps. Sie ist unregelmäßig, steil und unangenehm, auch wenn die einzelnen Wellen nicht hoch sind. Sailseer erkennt Kreuzsee aus den Seegangsmodellen und rechnet sie in Komfort und Bewertung ein (Wetterfenster).

Lokalwind

Ein Wind, der in einem bestimmten Gebiet durch Gelände, Küstenform und Wetterlage regelmäßig auftritt und einen eigenen Namen trägt, etwa Mistral, Bora oder Meltemi. Lokalwinde können deutlich stärker sein als der Wind ringsum und bringen oft Fallböen oder Düseneffekte. Sailseer erkennt zwölf Lokalwinde des Mittelmeers in den Modelldaten und nennt sie in der Bewertung (Lokalwinde im Mittelmeer).

Luv und Lee

Luv ist die dem Wind zugewandte Seite, Lee die abgewandte, beim Boot wie bei einer Insel oder Küste. Im Lee einer Küste ist die See ruhiger, eine Leeküste, auf die der Wind das Boot drückt, ist dagegen gefährlich. Sailseer bewertet den Schutz von Ankerplätzen je Windrichtung, also ob sie im Lee liegen (Karte).

Meltemi

Der beständige Nordwind der Ägäis im Sommer, am stärksten im Juli und August, oft mit 5 bis 7 Beaufort und tagsüber kräftiger als nachts; im Norden der Ägäis weht er eher aus Nordost, im Süden aus Nord bis Nordwest. Er kann tagelang anhalten und an Kaps und zwischen den Inseln düsenartig auffrischen. Sailseer erkennt den Meltemi von Mai bis September und beschreibt ihn auf der Seite zum Meltemi.

Mistral

Ein kalter, trockener Nord- bis Nordwestwind, der durch das Rhônetal in den Golfe du Lion und an die Küste der Provence strömt und bis Korsika, Sardinien und zu den Balearen reichen kann. Er weht oft mehrere Tage bei klarem Himmel, kann Sturmstärke erreichen und baut eine kurze, steile See auf. Sailseer erkennt Mistral-Lagen im Konsens und beschreibt sie auf der Seite zum Mistral.

Niedrigwasser (NW)

Der niedrigste Wasserstand innerhalb einer Tide. Zu Niedrigwasser fallen Watten, kleine Priele und manche Hafenzufahrten trocken, deshalb hängen Fahrten im Wattenmeer und zu Sielhäfen an der Tide. Sailseer zeigt Niedrigwasser in der Tidenkurve und rechnet aus Wasserstand und Prieltiefen die Zeitfenster, in denen ein Seegatt oder Sielhafen befahrbar ist (Gezeiten und Strom).

Nippzeit

Die Tage um Halbmond (erstes und letztes Viertel), an vielen Küsten mit ein bis zwei Tagen Verspätung, wenn Mond und Sonne im rechten Winkel zur Erde stehen und sich ihre Gezeitenkräfte teilweise aufheben. Der Tidenhub ist dann am kleinsten, die Tidenströme sind am schwächsten. Sailseer zeigt die Mondphase mit Spring- und Nippzeit neben der Tidenkurve (Gezeiten und Strom).

Polardiagramm

Ein Diagramm, das zeigt, wie schnell ein Boot bei welcher Windstärke und welchem Winkel zum wahren Wind segelt. Daraus lassen sich Fahrtzeiten, der beste Winkel beim Kreuzen und die VMG ablesen. Sailseer rechnet die Fahrt aus einer Polare, die mit dem Bootsprofil skaliert und sich aus einem eigenen GPX-Track oder den Bordinstrumenten anpassen lässt (Kreuzen).

Raumschots

Ein Kurs, bei dem der Wind schräg von achtern einfällt, zwischen halbem Wind und vor dem Wind. Auf diesem Kurs segeln die meisten Fahrtenboote schnell und ruhig. Sailseer zählt in der Segelempfehlung 110 bis 150 Grad zum wahren Wind als raumschots (Karte).

Reff

Das Verkleinern der Segelfläche bei zunehmendem Wind, beim Großsegel in Stufen (erstes, zweites, drittes Reff), beim Vorsegel meist durch Einrollen. Gerefft wird nach den Böen und lieber zu früh als zu spät. Sailseer empfiehlt je Etappe die Besegelung bis zum dritten Reff nach erwarteter Böe, Kurs zum Wind und Bootsgröße (Böen und Gewitter).

Schengen-Raum

Der Verbund europäischer Staaten ohne Personenkontrollen an den gemeinsamen Grenzen. Wer mit dem Boot aus einem Staat außerhalb, etwa dem Vereinigten Königreich, der Türkei oder Montenegro, einreist, muss in einem Hafen mit Grenzkontrolle einklarieren; Irland und Zypern gehören zur EU, aber nicht zum Schengen-Raum. Sailseer zeigt an jedem Grenzübertritt der Route, ob er eine Schengen-Grenze ist (Einklarieren).

Schleuse

Ein Bauwerk, das Schiffe in einer Kammer mit Toren an beiden Enden zwischen zwei Wasserständen hebt oder senkt; an der Küste trennt es oft Hafenbecken oder Kanäle vom Tidewasser. Schleusen haben Betriebszeiten, und Sportboote werden oft zusammen mit der Berufsschifffahrt geschleust. Sailseer rechnet Wartezeit und Schleusungsdauer in die Route ein, etwa an der Schleuse Kiel-Holtenau am Nord-Ostsee-Kanal (Brücken und Schleusen).

Seegatt

Eine Durchfahrt zwischen zwei Inseln, durch die das Wattenmeer bei jeder Tide Wasser mit der offenen Nordsee tauscht. In Seegatts läuft starker Strom, und über den Barren davor kann bei Wind gegen Strom oder auflandigem Starkwind gefährliche Brandung stehen. Sailseer kennt die Ansteuerungstonnen der Seegatts an der Nordseeküste und rechnet, wann Seegatt und Priel genug Wasser haben (Gezeiten und Strom).

Seekartennull (SKN)

Die Bezugsfläche, auf die sich die Tiefen in der Seekarte beziehen; in Tidengewässern meist das niedrigste astronomisch mögliche Niedrigwasser (LAT), in der deutschen Ostsee etwa das Mittelwasser. Die tatsächliche Wassertiefe ist die Kartentiefe plus der aktuelle Wasserstand über SKN. Sailseer zeigt den Wasserstand über einem aus Modellreihen geschätzten Seekartennull, das nicht amtlich ist (Gezeiten und Strom).

Seemeile (sm)

Das Längenmaß der Seefahrt, englisch nautical mile (nm): eine internationale Seemeile misst genau 1.852 Meter, ungefähr eine Bogenminute auf einem Meridian. Deshalb misst man Distanzen in der Seekarte am Breitenmaßstab am seitlichen Kartenrand. Sailseer gibt Strecken in Seemeilen an, etwa die Reichweite ab einem Hafen in der Karte.

Seenebel

Nebel über dem Wasser, der entsteht, wenn feuchte, warme Luft über kälteres Wasser strömt und sich bis zum Taupunkt abkühlt; er kann tagelang liegen und auch bei Wind auftreten. Typisch ist er im Frühsommer auf Nord- und Ostsee, wenn das Wasser noch kalt ist. Sailseer schätzt das Nebelrisiko je Stunde aus Taupunktdifferenz, Wind und Wassertemperatur und zeigt die Sicht als Flächenkarte in der Karte.

Seewetterbericht

Die amtliche Wettervorhersage für Seegebiete mit Wind, Seegang, Sicht und Warnungen, verbreitet über Seefunk, NAVTEX und Internet. Für die Fahrt ist er maßgeblich, nicht ein einzelnes Wettermodell. Sailseer zeigt zu jeder Route die Seewetterberichte der berührten Gebiete, etwa von DWD, Met Office, Météo-France oder MET Norway, im Wortlaut (Wetterfenster).

Sperrgebiet

Ein Seegebiet, in dem die Durchfahrt dauerhaft oder zeitweise verboten oder eingeschränkt ist, etwa wegen militärischer Schießübungen, Naturschutz oder Sicherheitszonen; die Zeiten stehen in den Bekanntmachungen für Seefahrer und in Funkmeldungen. Sailseer führt keine Route durch Sperr-, Krisen- und Schutzgebiete mit Fahrverbot, rechnet Schießzeiten für Deutschland und Dänemark ein und meidet Schießgebiete ohne bekannte Zeiten, wo es einen anderen Weg gibt (Karte).

Springzeit

Die Tage um Neu- und Vollmond, an vielen Küsten mit ein bis zwei Tagen Verspätung, wenn Mond, Sonne und Erde in einer Linie stehen und sich die Gezeitenkräfte addieren. Der Tidenhub ist dann am größten, Hochwasser steigt höher, Niedrigwasser fällt tiefer, und der Tidenstrom läuft am stärksten. Sailseer markiert Springzeit und Nippzeit mit der Mondphase an der Tidenkurve (Gezeiten und Strom).

Tidenhub

Der Höhenunterschied zwischen Hoch- und Niedrigwasser einer Tide. Er schwankt mit Spring- und Nippzeit und von Ort zu Ort stark: in der Ostsee kaum messbar, an der deutschen Nordseeküste rund 2,5 bis 4 Meter. Sailseer zeigt den Tidenhub je Hafen aus der Tidenkurve, auch fern der Nordsee, etwa bis 4 m Springhub bei Nosy Be in Madagaskar (Gezeiten und Strom).

Tidenstrom

Die waagerechte Strömung, die mit der Tide entsteht: Flutstrom landwärts oder stromauf, Ebbstrom seewärts, dazwischen das Kentern mit Stillwasser. In Seegatts, Flussmündungen und Meerengen kann er mehrere Knoten erreichen, und läuft er gegen den Wind, wird die See kurz und steil. Sailseer rechnet den Tidenstrom in die Fahrt über Grund ein, wartet bei zu viel Strom gegenan aufs Kentern und meldet Wind gegen Strom (Gezeiten und Strom).

Tiefgang

Der senkrechte Abstand von der Wasserlinie bis zum tiefsten Punkt des Boots, meist dem Kiel. Für Häfen, Fahrwasser und Ankerplätze braucht es dazu eine Handbreit Wasser unter dem Kiel als Sicherheit. Sailseer prüft Start- und Zielhafen gegen den Tiefgang aus dem Bootsprofil, sperrt einen Zielhafen, der flacher ist als Tiefgang plus 0,3 m, und legt keine Kreuzschläge über zu flaches Wasser (Häfen und Reviere).

Törn

Eine Fahrt mit dem Segel- oder Motorboot, vom Tagestörn bis zum mehrwöchigen Törn mit Crew. Sailseer plant Mehrtagestörns nach Tagesbudget mit Reservetagen, Ausweichhäfen und Tidenfenster am Tagesziel in der Karte, und mit der Törnmeldung wissen Landkontakte, wann das Boot ankommen soll.

UKW

Der Seefunk auf Ultrakurzwelle (englisch VHF) zwischen etwa 156 und 162 MHz, mit Kanal 16 für Not-, Dringlichkeits- und Sicherheitsverkehr und Anruf und Kanal 70 für den digitalen Selektivruf (DSC). In Deutschland braucht man für die Bedienung ein Funkzeugnis, auf Sportbooten meist das SRC. Sailseer ersetzt im Notfall kein Funkgerät: Es gilt UKW Kanal 16 oder DSC, die Törnmeldung ist nur ein Sicherheitsnetz an Land.

Verkehrstrennungsgebiet (VTG)

Ein Seegebiet mit getrennten Einbahnwegen für die Schifffahrt, ähnlich einer Autobahn mit Mittelstreifen. Nach Regel 10 der Kollisionsverhütungsregeln (KVR) fährt man auf einem Einbahnweg nur in seiner Richtung, quert mit der Kielrichtung möglichst rechtwinklig zur Verkehrsrichtung, und Fahrzeuge unter 20 m sowie Segelfahrzeuge dürfen Maschinenfahrzeuge auf dem Einbahnweg nicht behindern. Sailseer prüft den Querungswinkel der Route an Verkehrstrennungsgebieten und legt dort keine Wende hinein (Kreuzen).

VMG

Velocity Made Good, die Geschwindigkeit, mit der ein Boot einem Ziel oder dem Wind tatsächlich näherkommt. Beim Kreuzen ist nicht der höchste Kurs am schnellsten, sondern der Winkel mit der besten VMG. Sailseer rechnet beim Kreuzen mit der VMG aus der Polare, etwa wenn sich keine Kreuzschläge ins freie Wasser legen lassen (Kreuzen).

Wassertiefe

Die tatsächliche Tiefe des Wassers an einem Ort und zu einer Zeit: die Kartentiefe über Seekartennull plus der aktuelle Wasserstand. Sie ändert sich mit Tide, Windstau und Luftdruck, in Prielen und an Barren auch durch Versandung. Sailseer zeigt Tiefen von 0 bis 20 m aus EMODnet als Kartenebene und rechnet Prieltiefen gegen den Wasserstand, ersetzt aber keine Seekarte (Gezeiten und Strom).

Wende

Das Manöver, bei dem ein Segelboot mit dem Bug durch den Wind dreht und so von einem Bug auf den anderen wechselt; beim Kreuzen folgt Wende auf Wende. Der Wendewinkel liegt bei Fahrtenyachten meist um 90 Grad, mit Abdrift und Strom darüber, und jede Wende kostet Fahrt. Sailseer rechnet einen Wendeverlust je Bootsgröße ein und zeigt die Wendepunkte der Kreuzschläge auf der Karte (Kreuzen).

Wetterfenster

Ein Zeitraum, in dem Wind, Seegang und Sicht für eine bestimmte Strecke und ein bestimmtes Boot passen, etwa für eine Überfahrt oder die Rückfahrt in den Heimathafen. Wer auf ein Wetterfenster wartet, legt erst ab, wenn die Vorhersage für die ganze Strecke stimmt. Sailseer bewertet jede volle Stunde der nächsten 120 Stunden als Abfahrt und meldet per Fensteralarm, wenn sich ein Fenster ab 55, 70 oder 80 Punkten öffnet (Wetterfenster).

Windsee

Die Wellen, die der Wind vor Ort gerade erzeugt; sie sind kürzer und steiler als Dünung und laufen mit dem Wind. Ihre Höhe hängt von Windstärke, Wirkdauer und Fetch ab, der freien Strecke über Wasser, auf der der Wind weht. Sailseer zeigt Windsee und Dünung getrennt als Flächenkarte und rechnet aus Wellenlänge und Einfall zum Kurs, wie ruppig die Fahrt wird (Wetterfenster).

Windstau

Die Erhöhung des Wasserstands, wenn auflandiger Wind Wasser gegen die Küste drückt; ablandiger Wind senkt ihn entsprechend. An Nord- und Ostsee kann Windstau den Wasserstand um einen Meter und mehr gegenüber der Vorhersage verschieben, bei Sturmflut um mehrere Meter. Sailseer zeigt den Windstau an den Pegeln des BSH und in der Tidenkurve (Gezeiten und Strom).

Häufige Fragen

Wie lang ist eine Seemeile und wie schnell ist ein Knoten?

Eine internationale Seemeile misst genau 1.852 Meter. Ein Knoten ist eine Seemeile je Stunde, also 1,852 km/h oder rund 0,51 m/s.

Was ist der Unterschied zwischen Windsee und Dünung?

Windsee erzeugt der Wind vor Ort, sie ist kurz, steil und läuft mit dem Wind. Dünung ist Seegang aus einem fernen Windfeld, lang und gleichmäßig und oft aus einer anderen Richtung. Laufen beide quer zueinander, entsteht Kreuzsee.

Was bedeuten Springzeit und Nippzeit?

Um Neu- und Vollmond addieren sich die Gezeitenkräfte von Mond und Sonne: Zur Springzeit ist der Tidenhub am größten und der Strom am stärksten. Um Halbmond schwächen sie sich gegenseitig, zur Nippzeit sind Hub und Strom am kleinsten.

Was heißt es, wenn die Tide kentert?

Der Tidenstrom wechselt die Richtung, von Flut- auf Ebbstrom oder umgekehrt. Um diese Zeit ist er am schwächsten, deshalb passieren Segler Seegatts und Engstellen gern um das Kentern herum (Gezeiten und Strom).

Weiterlesen